Gewässerschutz in Brachttal

Finger weg von unseren Ufergehölzen – das sind keine Brennholzquellen!

Im Jahr 2012 wurde unter Leitung der Wasserbehörde des MKK eine Gewässerschau in Brachttal durchgeführt. Zur Vertiefung der Ergebnisse, die für einige Beteiligte schwer nachvollziehbar waren, fand im Jahr 2013 eine Fortbildungsveranstaltung statt, die auch vom Brachttaler Bauhofleiter wahrgenommen wurde. Im März 2015 kam der Vertreter der Wasserbehörde des MKK erneut zu Beratung nach Brachttal – Themen: Gehölzpflege, Handlungspflichten und Verantwortlichkeiten der Gemeinde Brachttal.

Durch die Wasserbehörde des MKK wurde wiederholt auf die gesetzlichen Bestimmungen und auf die ökologische Bedeutung der Ufergehölze als geschütztes Biotop hingewiesen.

Auszugsweise geben wir hier unkommentiert einige protokollierte Vorgaben wieder:

Die Unterhaltungspflicht liegt beim jeweiligen Eigentümer des Gewässers und umfasst die Pflege und Entwicklung. Vom Grundsatz her sind die Gewässer nachhaltig zu bewirtschaften. Ziel ist der Erhalt und die Verbesserung der Funktions- und Leistungsfähigkeit als Bestandteil des Naturhaushalts und als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, insbesondere durch Schutz vor nachteiligen Veränderungen von Gewässereigenschaften.

Totholz, auch Hängendes, ist Bestandteil des geschützten Gehölzsaumes am Gewässer und wichtiger Lebensraum. … Eine Verkehrssicherungspflicht im Außenbereich am Gewässer gibt es für die Gemeinde nicht. … Ein subjektives Recht auf Unterhaltung gibt es jedenfalls nicht.

Im Falle eines Hochwassers stellen große Treibholzverklausungen unmittelbar an Brücken immer eine Gefahr dar. Im Rahmen der vorbeugenden Unterhaltung könnten die relevanten Bäume/Baumgruppenteile in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde des MKK mit einem glatten, leicht geneigten Schnitt auf Stock gesetzt werden. Eine unmittelbare Gefahr besteht aber aus Sicht der Wasserbehörde derzeit nicht. Bei ablaufendem Hochwasser ist durch die Gemeinde an dieser Stelle verschärft zu kontrollieren.

Beispielsweise die Uferbefestigung mit massiven Steinschüttung, in Fließrichtung vor Brücken, ist vom Grundsatz her möglich, bedarf aber aus Sicht des Wasser- und Naturschutzrechtes einer Plangenehmigung mit Umweltverträglichkeitsvorprüfung und dem entsprechenden naturschutzrechtlichen Ausgleich an anderer Stelle.

Treibholz und Totholzstrukturen sind Bestandteile eines naturnahen Gewässers. … Die Ansammlung von Müll ist ein Zivilisationsproblem. Den Müll zu entfernen wäre eine positive Maßnahme seitens der Gemeinde. Eine Pflicht besteht hierzu allerdings nicht.

Bei Gefahr für Maschinen können in Absprache mit der Gemeinde hereinragende Äste durch die Landwirte auf das unbedingt notwendige Maß und außerhalb der Brut- und Setzzeit zurückgeschnitten werden.

Dort wo Totholz auf den landwirtschaftlichen Flächen zum liegen kommt, können die Landwirte das Holz aufschneiden und im Uferbereich ablegen bzw. als Totholzstruktur in das Gewässer einbauen (wenn gewünscht in Rücksprache mit der UWB o. der Gemeinde Herrn Kissner). Die Gemeinde ist nicht verpflichtet die Räumung vorzunehmen.

Um die bekannten Konflikte in der Nähe des Gewässers zu minimieren, bietet sich die Einrichtung eines Uferschonstreifens von 10m an …

Die ökologische Vielfalt an unseren Gewässern ist ein wichtiges und schützenswertes Gut, in diesem Sinne erfordern die rechtlichen Rahmenbedingungen ein sensibles Vorgehen bei der Gehölzpflege. Für die weitere Beratung steht die Wasserbehörde des MKK zur Verfügung.