Bürgermeister im Wahlkampf

Leserbrief von Ernst Gottschalk, veröffentlicht in GNZ und GT

„Wir unterstützen jede Idee, die gut ist und ich unterstütze Herrn Noack, da er für alle Bürger wählbar sein will“, so die Aussage des Herrn Klas in einem Artikel in der GNZ.

Schlechte Ideen werden also logischer Weise nicht von den Freien Wählern unterstützt, was ja auch irgendwie normal ist.
Herr Klas und die Freien Wähler waren in der Gemeindevertretersitzung im Dezember als einzige Gruppierung, aus für viele Besucher der Sitzung nicht nachvollziehbaren Gründen, nicht bereit, einer Initiative aller anderen Fraktionen gegen eine Trassenführung der Deutschen Bahn durch unsere Gemeinde, zuzustimmen. Es war und ist eben aus dieser Sichtweise heraus eine schlechte Idee, da man ja gute Ideen unterstützt.
Für mich ist Herr Noack auch wählbar. Als Vorsitzender eines Vereins, als guter Nachbar oder netter Gesprächspartner.
In der Zeit als erster Beigeordneter hat er loyal unserem Bürgermeister gegenüber sein Amt betraut. Quasi sehenden Auges die Unzulänglichkeiten des in den Ruhesstand versetzten Herrn Stürz nicht benannt oder dagegen opponiert. Heute wissen wir wie viel an Arbeit im Büro des Bürgermeisters liegen geblieben ist.         
Die fehlende Konfliktfähigkeit zeichnet ihn nicht für das Amt aus.
Ich denke an das Beispiel der illegalen Rodung des vom Land Hessen ausgewiesenen Biotops in Hellstein. Auf meine Frage an ihn, warum er nicht als örtlicher Vorsitzender des Naturschutzbund Deutschland und erster Beigeordneter der Gemeinde sich zu Wort meldet und tätig wird, zuckte er mit den Schultern und grinste verlegen. Ich hätte von ihm eine andere Reaktion erwartet!

Aus Sicht von Herrn Klas hat Herr Noack die Förderungsmöglichkeiten durch das KIP-Programm in seiner Zeit als erster Beigeordneter vorbereitet. Das Programm war der ehemaligen Bauamtsleitung bekannt, da sie schon zwei mögliche Projekte angesprochen hatte. Warum aber blieb dann die notwendige Bearbeitung vom Förderprogramm in der Zeit des ersten Beigeordneten Noack so lange liegen? Eine ordentliche Übergabe zum jetzigen ersten Beigeordneten wurde scheibar nicht vollzogen, sodas in einem Kraftakt unter hohem Zeitdruck die Beantragung von etwa 500.000 € erst durch den hohen Energie- und Zeitaufwand von den Ausschussmitgliedern und der Gemeindeverwaltung termiengerecht zum Dezember gestemmt wurden. Selbst Herr Klas würdigt den hohen zeitlichen Einsatz und das eingebrachte Fachwissen von Herrn Zimmer im Artikel der GNZ und in der Gemeindevertretersitzung ausdrücklich positiv.
Wo war aber Herr Noack in dieser Zeit, in der es um das Abarbeiten von Papieren, Telefonaten und Ausarbeiten von Formularen etc. ging? Er ist Mitglied des Gemeindevorstand und wusste von dem Arbeitsdruck, hat aber nicht bei der Bearbeitung der KIP-Anträge mitgearbeitet. Informationen zu der Beantragung hätten damit auch den Freien Wählern hautnah zur Verfügung gestanden.

Die Vergangenheit hat unserer Gemeinde gezeigt, dass es für das Amt des Bürgermeisters nicht langt, ein netter Mitbürger zu sein, welcher auf Geburtstagen und Feiern eine gute Figur macht und nicht aneckt.
Gerade eine gehörige Portion an Standvermögen, Konfliktfähigkeit und Herzblut im Einsatz für die Gemeinde, Wissen um die Dinge und die Fähigkeit sich in Materie schnell und zielgerichtet einzuarbeiten gehört zur Fähigkeit dieses Amt auszufüllen. Dies sehe ich eher bei einem anderen Kandidaten.

Ernst Gottschalk/ Hellstein

Dieser Eintrag erschien in der Kategorie Bürgermeisterwahl 2017.